Wettbewerb Wohnungsbau Altdorferstraße, Regensburg

Im offenen zweiphasigen Realisierungswettbewerb „Experimenteller klimaangepasster Wohnungsneubau Altdorferstraße“ der Stadtbau GmbH Regensburg ging es um einen Ersatzneubau von über 5.000 Quadratmetern vorwiegend EOF-geförderten Wohnraumes in Verbindung mit klimaresilientem Städtebau und nachhaltiger Architektur. Die erste Phase haben wir überstanden, in der zweiten Phase konnte unsere Durcharbeitung das Preisgericht leider nicht überzeugen: das Ende für unsere Arbeit kam im zweiten Rundgang, Zitat aus dem Preisgerichtsprotokoll:

„Die Verfasser haben sich mit dem Vorsatz den bestehenden Fußabdruck der bestehenden Gebäude wieder aufzunehmen ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Dieses Ziel kann allerdings in der Durcharbeitung nicht mehr aufrechterhalten werden. Die neuen Gebäude verschlechtern sich in der Proportion; durch die ausgelagerten Nebengebäude kommt es zu einer großen Versiegelung; und die Anordnung der Wohnungen erfordert umfangreiche Flächen für die Feuerwehr. Am Ende überwiegen die städtebaulichen-räumlichen Defizite gegenüber den durchaus vorhandenen Qualitäten in den Grundrissen und bei guter Organisation der Gemeinschaftsräume.“

Nun, die Begründung ist für uns gut nachvollziehbar. Wir haben allerdings den Fußabdruck der bestehenden Gebäude tatsächlich nicht nur aufgenommen, sondern in der Realität auch in unseren Entwurf eingearbeitet. Unserem Wettbewerbsbeitrag liegt die Möglichkeit zugrunde, die geforderten Wohnungen nicht nur als Neubau anstelle der Bestandsgebäude, sondern sogar unter Verwendung der Tragstruktur der Bestandsgebäude zu errichten. Dass eine solche alternative Betrachtungsweise im Wettbewerbsverfahren natürlich gar nicht betrachtet wird bzw. werden kann, liegt zum einen daran, dass die Auslobung einen Erhalt der Bestandsgebäude ausgeschlossen hatte und zum anderen daran, dass in Architekturwettbewerben alternativen Lösungsansätze ein und derselben Teilnehmenden ebenfalls ausgeschlossen sind. Deswegen haben wir auch so entworfen, dass das Ergebnis ein Neubau sein kann. Das „Mitschleifen des Bestandes im Konzept“ führte natürlich dazu, dass unsere Möglichkeiten stark eingeschränkt waren, was die städtebauliche Situation betraf – eine Entscheidung, die wir bewusst getroffen hatten und an der wir letztlich also gescheitert sind. Die vorhandene Setzung kam uns allerdings so belastbar vor, dass wir das Risiko gewagt und eben verloren haben.

Erstens ist das nunmal im Wettbewerb so, denn: auf hoher See und vor Gericht… und im Wettbewerb…. Zweitens sind wir hier eh leidgeprüft – die letzten zehn Wettbewerbe haben wir so „in den Sand gesetzt“ – nur diesmal wenigstens nicht im ersten Rundgang und sogar mit einem kleinen Lob für die Qualität der Grundrisse, die wir eben auch erreichen wollten. Wohnen ist nunmal zum Wohnen da, das Bauen ist kein Selbstzweck. Dem Bauen im Bestand räumen wir dennoch in den allermeisten unserer Arbeiten immer einen Vorrang ein, weil wir mehr denn je zuvor von der Sinnhaftigkeit und unbedingten Notwendigkeit überzeugt sind. Uns stehen in Bau und Betrieb von Gebäuden einfach keine CO2-Emissionen mehr zur Verfügung, sofern wir die Klimaziele überhaupt noch erreichen können wollen. Wer das bezweifelt, lese oder schaue die ganz aktuellen Nachrichten.

Leider kennen wir trotz Preisgerichtsprotokoll die Namen der Kolleginnen und Kollegen nicht, die gewonnen haben – die Anonymität wurde bislang nicht mit Klarnamen, sondern nur mit Kennzahlenbekanntgabe aufgehoben. Deswegen gratulieren wir also anonym all denjenigen, die mit einem Preis ausgezeichnet wurden, bedanken uns bei der Ausloberin für die Durchführung des Wettbewerbes und wünschen ihr und den uns ebenfalls aktuell unbekannten Gewinnerinnen und Gewinnern eine gute, störungsfreie und zügige Umsetzung eines nachhaltigen und bestenfalls in Bau, Betrieb und Unterhalt klimaneutralen Vorhabens.

Unsere Abgabepläne und (aus der Hand mit dem Smartphone geschossenen) Modellfotos: