Wettbewerb Seligenporten

Das ist mal richtig schiefgegangen, ein folgerichtiger Abschluss des Jahres 2019, das uns in Sachen Wettbewerb viel Arbeit gemacht und tatsächlich viele bittere Pillen gebracht hat: wieder ein erster Rundgang, diesmal wegen nicht vorhandenem historischen Bezug und Absage an den Maßstab der Umgebung. Ein wenig sprachlos waren wir schon und haben uns die Modellbilder und Pläne noch einmal angesehen. Gut, wir haben aus Versehen den Schwarzplan im falschen Maßstab abgedruckt, war es das? Scherz…
Und, klar, das Dachtragwerk war inexistent, mal wieder hat die Zeit gefehlt.
Doch ein Gemeinschaftshaus an diesem Ort, an der Schnittstelle zwischen Ortsdurchfahrt, Festwiese und Klosterareal, das darf seinen eigenen Maßstab einrichten, so unsere Haltung. Wir haben dafür optiert, das Programm ebenerdig in Form eines Gemeinschaftsdaches umzusetzen. Vier Pfeiler tragen es, Pfeiler, die alles beinhalten, was der kreuzförmige Raum benötigt, um in unterschiedlicher Zusammenschaltung zu wirken. Das Dach erhebt sich, bildet ein Zeichen in Richtung kloster, Hauptstraße und Wiese, seine Drehung im System fängt die Blickbeziehungen zu den historischen Merkmalen des Ortes ein, gut, das muss man halt auch kenntlich machen… sein Maßstab ist der eines Platzes und so kann er nur anders sein, als alles, was an Wohnhäusern herumsteht.
Das Feuerwehrhaus haben wir schmunzelnd überformt, ein wenig steckengeblieben sind wir schon in seiner Bearbeitung, aber es wirkt kurios, gegenüber dem Gemeinschaftshaus, das wir entworfen haben.
Nungut, das Jahr ist geschafft, dann schließen wir es eben ohne Erfolg, ganz so, wie wir es begonnen haben und versuchen uns im neuen Jahr auf’s Neue an den Aufgaben, die uns interessieren.

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Wettbewerb Staatliche Realschule Kemnath

Ein offener Wettbewerb, wie man ihn selten findet: ein öffentlicher Bildungsbau verbunden mit einer städtebaulichen Ortserweiterung, in bewegtem gewachsenem Gelände. Wir haben teilgenommen, leider ohne Erfolg, aber – wie so oft – ist’s die Teilnahme an sich, die schon sehr viel gebracht hat. Diesmal haben uns wohl viele Aspekte am Vorrücken gehindert: Die Vermutung, der Brandschutz funktioniere nicht, die Maßstäblichkeit und Typologie des Städtebaus und überhaupt der Schulbau…, der Schulbau: außerhalb von Flieger und Kiste mit versetzten Augen ist’s zurzeit schon schwierig.

wie wir in der Erläuterung schrieben: Der Ort setzt den Maßstab, der Kern von Kemnath steht für die Identität des Schulbaus. Struktur und Raum des Ortes haben uns als Grundlage für das Konzept der Schule gedient und gleichzeitig auch die Blaupause für die Ortserweiterung geliefert.

Das Modell ist riesig, war unfassbar teuer, die Idee, Schule und Ort in einem solchen Riesending bauen zu lassen, ist schon seltsam gewesen. Wir haben es wieder, 30 Kilogramm schwer und suchen nach einem Platz im Schaufenster. Denn es ist schon sehr schön anzusehen.

Weiter geht’s.

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Maxtorgraben Nürnberg, Realisierungswettbewerb

Eine Anerkennung war unsere Arbeit dem Preisgericht wert, unser Entwurf für Studierendenwohnungen auf dem Grundstück Maxtorgraben 50-52 in Nürnberg, zwischen der Universität und der Stadtmauer.

Unsere Erläuterung zur Arbeit:
„Das Aufklappen einer zweibündigen Anlage zur Anlehnung der Gebäudelinien an das Grundstück formt einen Hof, der das typische öffentliche Herzstück größerer Gebäude in der Nürnberger Altstadt bildet. Diesem Konzept folgend sind die einzelnen Bauteile des Ensembles klimatisch eigenständige Häuser. Deren Erschließung ist als den Hof umlaufende, überdachte Laubengänge konzipiert. Das Ensemble ist so durchlässig und bietet einen durchgehenden Gemeinschaftsraum auf allen Ebenen, der sowohl der Erschließung wie auch der Zusammenkunft der Bewohnerinnen und Bewohner dient.
Maßstab, Körnung und Dichte der Anlage orientieren sich sowohl an der Wohnbebauung in der unmittelbaren Umgebung wie auch an der Blickbeziehung von außerhalb der Altstadt auf die Stadtmauer in Verbindung mit den aufgehenden Dachflächen der traufständigen Bebauungen.
Der Bestand fügt sich nicht in dieses System ein, bietet aber auch in seiner architektonischen Grundhaltung aus unserer Sicht keinen besonderen Wert, der die Giebelständigkeit und Position des bestehenden Hauses auf dem Grundstück rechtfertigen könnte. Daher haben wir entschieden, den Altbau nicht in dieses Konzept mit einzubeziehen.
Strukturell setzen wir auf eine Vielfalt der Wohnungstypen, konstruktiv auf Dauerhaftigkeit des Gebäudes mit wenigen Materialien und materialbezogener Monochromie, bis auf das Ziegeldach.
Wir sehen darin einen neuen Baustein im einstmals jahrhundertelang unbebauten Feld, einen Wohnort für Studierende, einen Aufenthaltsort für ihre Besucherinnen und Besucher.“

Ja, und so sehen wir das auch nach dem Verfahren.

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In der Heimat altern

Altenpflegeheim in Mostviel, Oberfranken

Neubau 2011-2015

Der Fußabdruck einer abgebrannten, ehemaligen Großbäckerei im Talraum des oberfränkischen Flüsschens Trubach dient als Umriss für den Neubau eines Altenpflegeheims. Über dem massiven Sockel gemeinschaftlicher Einrichtungen und zentraler Pflegefunktionen erheben sich die in Holz-Leichtbauweise geplanten Wohngruppen mit Blick über die Landschaft. Ein Stück Ortsreparatur und gleichzeitig Ortsentwicklung inmitten eines einzigartigen Landschaftsraums: in der Heimat altern.

 

Stadtvillen

Stadtvillen Bettelheimstraße in Nürnberg

Neubau von 3 Stadtvillen 2012-14

Die Planung zum Neubau der drei Stadtvillen im nordöstlichsten Quadranten von Nürnberg Langwasser, am Quartierseingang zum sogenannten Frankenquadrat, basiert auf einem zwischen wbg und dem Stadtplanungsamt der Stadt Nürnberg abgestimmten städtebaulichen Entwurf. Der Planungsansatz berücksichtigt Größe, Höhenentwicklung und Lage der Baukörper, geht aber einen typologisch eigenständigen Weg. Die Baukörper sollen zwischen dem öffentlichen Raum des Quartiers und dem privaten Raum der Eigentumswohnungen vermitteln, somit werden sie fast halbgeschossig über das Gelände angehoben, die Stellplätze werden wiederum halbgeschossig unter die Baukörper geschoben – eine Tiefgarage entfällt, die entstehenden Höfe bleiben für die Quartiersdurchwegung offen. Gleichzeitig erhält jede Wohnung ihre typische Ausprägung in Lage, Funktionalität und Ausrichtung. Die Wohnungen verdrehen sich geschossweise in Reaktion auf die städtebauliche Lage und das Zusammenspiel der Baukörper untereinander, ihre Freiräume sind im Wechsel nach Südwesten und Südosten ausgerichtet. Dies differiert wiederum mit der Ausrichtung des jeweils benachbarten Baukörpers, sodass sich keine ebenengleiche Überschneidung der privaten Freiräume ergibt.

CasaL

Stadthaus für drei Generationen in Nürnberg

Projekt zum Neubau 2011

Ein Ersatzbau für ein Haus der 3oer, eine radikale Lösung: Abriss und Neubau. Warum? Das alte Haus konnte nicht mehr leisten, was von ihm gefordert wurde: Die Familie verknüpfen und trotzdem räumlich trennen, mindestens drei Generationen in wechselnder Besetzung abbilden und sich ständig verändern können, ohne dass der Aufwand in neuen Baumaßnahmen ausartet.

Kindergarten und Musikprobenlokal Schluderns (I)

Kindergarten und Musikprobenlokal in Schluderns (I)

Wettbewerb 2010, mit Emminger + Nagies Landschaftsarchitekten

Auszug aus der Erläuterung: „Kinder sind das Scharnier unserer Gesellschaft, ihr Gelenk. Also liegt der Ort der Kinder als Scharnier zwischen den Alten, den Aktiven, den Musikern, den Gewesenen, den etwas Älteren.        …

Das Bauwerk nimmt sich in seiner Materialität stark zurück, integriert die bestehenden Umfassungswände von Obstwiese, Altenpark und Friedhof aus Beton und Mauerwerk und setzt auf diese auf mit einer Haut aus vertikalen Kanthölzern, die je nach dahinterliegender Nutzung gedreht die Aus- und Einblicke öffnen oder schließen. Die Musikprobe hingegen reagiert mit völliger Transparenz auf die Außenwelt, lädt ein, zuzuhören, zuzusehen und mitzumachen. So wird der öffentliche Raum zum Spielfeld aller Generationen, das Herzstück Schluderns.“

 

 

Lückenschluss

Archiv- & Depotgebäude „my place“ Selfstorage in Nürnberg

Neubau und Erweiterung 2007-2008

Geplant als gewerbliches Archiv- & Depotgebäude, steht das Bauwerk unter dem Druck der städtebaulichen Bedingungen und der Bedeutung der Kreuzungssituation in unmittelbarer Nähe zur Nürnberger Altstadt: sein Erscheinungsbild muss dem eines Museums und nicht jenem eines Lagergebäudes gleichen. Das Bauwerk soll zwischen einem Wiederaufbauzeugnis der einfachen Art und einem Gewerbebau aus dem Beginn des Industriezeitalters vermitteln. In der Verbindung von gewerblicher Funktion, industriellem Material und einer den städtebaulichen Leitlinien folgenden Form ist eine Bauskulptur entstehen, die das eklektizistische Kreuzungsbild stabilisiert. Perlbeiges Metall auf grünlichem Glas, urbane Fenster für die Stadt und Fläche für den Bauherrn – die Beurteilung, ob der Ansatz gelungen ist, bleibt jedem Betrachter vorbehalten. Wir meinen, es hat funktioniert.

Lehrkubus

Schulungsgebäude für Strahlentherapie am Klinikum Nürnberg-Nord

Neubau 2006-2008

Die Henrietta-Lacks-Stiftung fördert die Ausbildung von MTRA- Schülern im Bereich der Strahlentherapie. Der Ort des neuen Simulators war schnell gefunden: ein verlassener Innenhof im Gebäude der ehemaligen Frauenklinik des Klinikum Nürnberg-Nord. Die Realisierung hingegen hat Zeit in Anspruch genommen. Entstanden ist ein leichtes Gebäude mit schwerem Inhalt, ausgerichtet auf den ruhigen Schulbetrieb. Ein Gast im Hof, funktional organisiert, auf kleinster Fläche und doch ausreichend – ein guter Raum zum Lernen und Lehren.

Randbereich

Staatliche und städtische Realschule Memmingen

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb 2007, mit Dr. Arlart/ Memmingen

Auszug aus dem Erläuterungsbericht: … Die städtebauliche Komposition im Schnittfeld von Gewerbe, Wohnen und Bahnlinie nimmt Rücksicht auf die aus der Beschaffenheit der Umgebung resultierenden Beeinträchtigungen des Baufeldes. Die Gesamtanlage, mit Realisierung der Städtischen Realschule, funktioniert dabei als Campus genauso, wie die alleinige Erstellung der Staatlichen Realschule. Die Baukörper gruppieren sich um das Herzstück der Anlage, das Sportfeld. Ihre bauliche Ausformung ist gleicher Art im äußeren Erscheinungsbild, dennoch differieren einige wesentliche Punkte zum Zweck der eindeutigen Identifizierung der Schüler mit „ihrer“ Schule. Die Erschließung der Staatlichen RS über einen städtischen Vorplatz unterscheidet sich deutlich vom Allee-Zugang der städtischen Realschule. Die Introvertiertheit der Städtischen RS, deren Klassenräume lärmschutzbedingt auf den eigenen inneren Freiraum ausgerichtet sind, schafft ein anderes Raumerlebnis als die Extrovertiertheit der Staatlichen RS. Im Zusammenspiel der Baukörper entsteht so der Campus mit seiner auf die jeweilige Umgebungssituation reagierenden Ausprägung.

Alt_Stadtwohnen Neu

Städtebauliche Nachverdichtung in der Solgerstraße, Nürnberg

Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses 2005-2007

Zwischen Vorderhaus und Nachbar ergänzt der Neubau die innerstädtische Struktur. Die Umgebung respektierend fügt sich das Bauwerk unauffällig ein, folgt dem Verlauf der Nachbargebäude und reagiert mit Aus- und Einblicken auf die Öffnungen im Stadtgefüge. Die Wohnqualität ergibt sich aus diesen Blickbeziehungen, den fließenden Übergängen in den Grundrissen und der beidseitigen Orientierung aller Wohnungen, zum Innenhof wie auch zum Außenraum der Nachbargrundstücke.