Sterne, bald zum Greifen nah

Heute war es so weit: Der Allsky Dome von Baader Planetarium schwebte durch die oberfränkische Luft, um präzise auf dem Fundament zu landen. Der Bauort ist ungewöhnlich: Das Dach eines Hauses, das wir 2004 geplant und realisiert hatten, eine von vier Platten im steilen Hang, jede eine Art Baugrund für eine ganz eigene Nutzung. Jetzt hat auch die letzte Ebene ihr Programm: eine Sternwarte.

Das wäre nicht möglich gewesen ohne das beherzte und engagierte Zupacken außergewöhnlicher Firmen, allen voran Grieß-Bau aus Gräfenberg, Herrn Förtsch und seinen Leuten!

In den nächsten Monaten folgt die Erweiterung des Hauses und der Umbau zu Ferienwohnungen, ein Weiterbauen in der Sprache des Ortes, aber im Wechsel von Beton zu Holz – ein spannendes Unterfangen.

Und hier ein paar Eindrücke, die Fotos von unserer Bauherrin, der Film vom eigenen Smartphone…

Wettbewerb Seligenporten

Das ist mal richtig schiefgegangen, ein folgerichtiger Abschluss des Jahres 2019, das uns in Sachen Wettbewerb viel Arbeit gemacht und tatsächlich viele bittere Pillen gebracht hat: wieder ein erster Rundgang, diesmal wegen nicht vorhandenem historischen Bezug und Absage an den Maßstab der Umgebung. Ein wenig sprachlos waren wir schon und haben uns die Modellbilder und Pläne noch einmal angesehen. Gut, wir haben aus Versehen den Schwarzplan im falschen Maßstab abgedruckt, war es das? Scherz…
Und, klar, das Dachtragwerk war inexistent, mal wieder hat die Zeit gefehlt.
Doch ein Gemeinschaftshaus an diesem Ort, an der Schnittstelle zwischen Ortsdurchfahrt, Festwiese und Klosterareal, das darf seinen eigenen Maßstab einrichten, so unsere Haltung. Wir haben dafür optiert, das Programm ebenerdig in Form eines Gemeinschaftsdaches umzusetzen. Vier Pfeiler tragen es, Pfeiler, die alles beinhalten, was der kreuzförmige Raum benötigt, um in unterschiedlicher Zusammenschaltung zu wirken. Das Dach erhebt sich, bildet ein Zeichen in Richtung kloster, Hauptstraße und Wiese, seine Drehung im System fängt die Blickbeziehungen zu den historischen Merkmalen des Ortes ein, gut, das muss man halt auch kenntlich machen… sein Maßstab ist der eines Platzes und so kann er nur anders sein, als alles, was an Wohnhäusern herumsteht.
Das Feuerwehrhaus haben wir schmunzelnd überformt, ein wenig steckengeblieben sind wir schon in seiner Bearbeitung, aber es wirkt kurios, gegenüber dem Gemeinschaftshaus, das wir entworfen haben.
Nungut, das Jahr ist geschafft, dann schließen wir es eben ohne Erfolg, ganz so, wie wir es begonnen haben und versuchen uns im neuen Jahr auf’s Neue an den Aufgaben, die uns interessieren.

> Zum Gesamtplan Seligenporten

Sterne

Alles ist vorbereitet, zwei Tage später hat die Firma Griess-Bau (Gräfenberg) dann sogar noch kurz vor Weihnachten die Bodenplatte betoniert:

Nun kann die Allsky-Kuppel von Baader Planetarium im Februar einfliegen, nächstes Jahr können unsere Bauherren vom Dach des Hauses, das wir vor über fünfzehn Jahren mit Ihnen gebaut haben, in die Sterne schauen.

Wir wünschen allen, die das lesen, eine ruhige, besinnliche Weihnachtszeit und im nächsten Jahr einen beherzten Griff nach den Sternen!

Weiterbauen, wie?

Ein Wohnhaus der Siebziger in Fürth (Bayern)

Projekt zu Erweiterung, Umbau und Ausbau 2011

 

Welch‘ eine Form und doch: beeindruckend veränderbar, das Haus für vier Generationen, in unmittelbarer Nähe des Rhein-Main-Donau-Kanals. Die Eltern nach oben, die Jungen mit den (zukünftig) Jüngsten breiten sich unten aus, die Großeltern dazwischen – und alle miteinander verwoben, doch trotzdem mit eigenem Raum und Freiraum.

 

Matratzen

Erweiterung Rummel Matratzen in Neustadt/ Aisch

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb nach RPW 2011, Anerkennung

Auszug aus der Erläuterung: „Nach Osten zu erweitern, rummel matratzen einen neuen Auftritt in den öffentlichen Raum zu verschaffen, bedeutet für uns, die Gelegenheit zu nutzen, die inneren Prozesse mit neuen Qualitäten auszustatten. Daher erlauben wir uns, eine Umstrukturierung der Arbeitsprozesse und des Firmengeländes unter Beibehaltung des Gebäudebestands vorzuschlagen. … Wir setzen auf ein reduziertes, gestalterisch einfaches und doch hochwertiges Auftreten, auf ein Arrondieren des Betriebsgeländes und eine effiziente Restrukturierung der Fertigungsabläufe, von der Anlieferung der Rohware bis zur Auslieferung des fertigen Produkts. Im Sinne einer Fortsetzung des Erfolges von rummel matratzen.“

Lückenschluss

Archiv- & Depotgebäude „my place“ Selfstorage in Nürnberg

Neubau und Erweiterung 2007-2008

Geplant als gewerbliches Archiv- & Depotgebäude, steht das Bauwerk unter dem Druck der städtebaulichen Bedingungen und der Bedeutung der Kreuzungssituation in unmittelbarer Nähe zur Nürnberger Altstadt: sein Erscheinungsbild muss dem eines Museums und nicht jenem eines Lagergebäudes gleichen. Das Bauwerk soll zwischen einem Wiederaufbauzeugnis der einfachen Art und einem Gewerbebau aus dem Beginn des Industriezeitalters vermitteln. In der Verbindung von gewerblicher Funktion, industriellem Material und einer den städtebaulichen Leitlinien folgenden Form ist eine Bauskulptur entstehen, die das eklektizistische Kreuzungsbild stabilisiert. Perlbeiges Metall auf grünlichem Glas, urbane Fenster für die Stadt und Fläche für den Bauherrn – die Beurteilung, ob der Ansatz gelungen ist, bleibt jedem Betrachter vorbehalten. Wir meinen, es hat funktioniert.

Lehrkubus

Schulungsgebäude für Strahlentherapie am Klinikum Nürnberg-Nord

Neubau 2006-2008

Die Henrietta-Lacks-Stiftung fördert die Ausbildung von MTRA- Schülern im Bereich der Strahlentherapie. Der Ort des neuen Simulators war schnell gefunden: ein verlassener Innenhof im Gebäude der ehemaligen Frauenklinik des Klinikum Nürnberg-Nord. Die Realisierung hingegen hat Zeit in Anspruch genommen. Entstanden ist ein leichtes Gebäude mit schwerem Inhalt, ausgerichtet auf den ruhigen Schulbetrieb. Ein Gast im Hof, funktional organisiert, auf kleinster Fläche und doch ausreichend – ein guter Raum zum Lernen und Lehren.

Goldstück

Erweiterung Stadtmuseum Schwabach

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb nach GRW 2006, 2. Preis

 

Das Museum – ein Offiziersgebäude der aufgelassenen Kaserne, mächtig und hellgrün. Der Inhalt – spannend und schön gestaltete Ausstellungen zu Objekten von Handwerk über Kunst bis hin zur Stadtgeschichte. Die Erweiterung – ein Goldkästchen in Reminiszenz an die handwerkliche Tradition der Stadt Schwabach. Das Ergebnis – ein zweiter Preis, mit Freude aufgenommen.

 

 

(Ver)wandlung

Konversion des Gebäude G41 der ehem. O’Darby-Kaserne in Fürth (Bay.)

Realisierung 2003-2005

Ein beeindruckender Baukörper von 210 Metern Länge, dessen Horizontalität betont wird durch die Anordnung und Ausformung der durchlaufenden Vorhangfassade aus Balkonelementen im Süden und der gegliedert wird durch die Farbgestaltung, Zäsuren wie die zweigeschossigen Eingangsfugen im Norden und den Aufsatz von Neubauten als Penthäuser über die gesamte Länge. So entstand ein Gebäude neu, dessen Bestimmung nicht das Wohnen war, welches nun aber prägnant und stolz in seinem neuen Kleid der unvorhergesehenen Nutzung gerecht wird, diese sogar fördert und dazu ermutigt, dort zu leben – ein wirklich schöner Ort.

Treppe runter

Staatliche Berufsschule I in Fürth

Neubau eines Treppenturmes 2004-2005

Ein spannendes Gebäude, diese Berufsschule, Baujahr 1954 – es fehlte der sichere Rettungsweg im Brandfall. Unsere Lösung liegt in einem Turm, eingefügt auf engstem Raum zwischen Bestand und Rektorat. Der Turm vermittelt nun in der Fuge zwischen Alt und älter, stellt den Saal frei, kooperiert mit dem Entwurf aus anderer Zeit. Die Materialität – ein ‚Flechtwerk‘ aus Beton – nimmt dem Turm die Masse, macht die Höhe erlebbar, ohne dass der Turm erdrückend wirkt. Das Lichtspiel ändert das Erscheinungsbild laufend, alles ist reduziert auf das Notwendige, denn schließlich soll man nur flüchten können, im Notfall. Doch muss das Erscheinungsbild nicht darunter leiden: der neue Teil erhebt den Anspruch der Einfügung, dezent, angepasst und doch – anders.

Türme(n)

Grundschule Soldnerstraße in Fürth

Anbau, Umbau, Sanierung 2004 – 2008; Erweiterung ab 2010 (nicht realisiert)

In einem bestehenden Grundschulgebäude sollten vor der Generalsanierung die Rettungswege baulich sichergestellt werden. Wir haben den Bestand mit zwei neuen Treppentürmen aus Stahl ergänzt, die durch ihre Farbigkeit das Schulgebäude einfassen und ihm eine neue Wertigkeit verleihen. Das ermöglicht den Schülern eine Identifikation mit dem ansonsten gesichts-, aber nicht spannungslosen Fertigteilgebäude. Die Türme berühren das Gebäude nur mit den Podesten, die farbigen Schleifen der Turmbekleidung halten Abstand und wirken so nach Außen wie Innen. In der Schule hatte es vor der Maßnahme gebrannt.

Bald soll es weitergehen, wir hausen das Gebäude ein. Eine energetische Sanierung der anderen Art, ohne Dämmstoffe, dafür mit Mehrwert Bewuchs und Bepflanzung. Ein Experiment, sorgfältig vorbereitet für eine Realisierung in den kommenden Jahren.

Nebeneinander Miteinander

Erweiterung Haupt- & Werkrealschule in Laupheim

Wettbewerb 2002, Ankauf

mit DI Architekt Bernd Tränkner, Augsburg

Alt und Neu zusammenfügen, Funktionen verbessern, Abläufe strukturieren und … dem Ensemble eine angemessene Gestalt verleihen, das ist das Ziel dieser Arbeit. Innen- und Außenbezüge müssen stimmig in Gestalt und Form erscheinen, um den Nutzern – Lehrern wie Schülern – für das Lernen und Lehren eine ruhige, angenehme Kulisse bieten zu können. Und dies in ruhiger, zeitloser Geisteshaltung.